Siebengebirgsmuseum:

Die eigene Geschichte

Im Sommer 1925 feiern viele rheinische Städte - so auch Königswinter und Honnef - die "tausendjährige Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reiche". Der Zweck dieser Veranstaltung ist eine politische Demonstration nationaler Gesinnung. Die Organisation übernimmt in Königswinter ein Festausschuß, aus dem der spätere Heimatverein hervorgeht. Zu seinen wichtigsten Anliegen gehört die Gründung einer heimatgeschichtlichen Sammlung und damit eines Museums.

1934 bezieht das Museum das Barockhaus zwischen Keller- und Klotzstraße. Ein Chronogramm über dem Eingang verweist auf das Jahr der Errichtung: Die Summe der Buchstaben, die zugleich römische Ziffern sind (hier hervorgehoben), ergibt die Jahreszahl 1732.

TRIVNI DEO GLORIA AST NOBIS PAX ET REQVIES IN SEMPITERNA SAECVLA
Dem dreieinigen Gott Ehre, uns aber Frieden und Ruhe in alle Ewigkeit.

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Museumsgebäude um 1934

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Museumsgebäude um 1995

Erbauer des Hauses ist der Steinmetzunternehmer Johann Peter Meurer, der einer der wohlhabendsten und einflußreichsten Königswinterer Familien angehört. Als Baumaterial für die Fassaden dient Wolkenburger Stein. Die Ausgestaltung der Schauseite zur Kellerstraße hin ist für jene Zeit ungewöhnlich, da die engräumige mittelalterliche Bebauung hier erst durchbrochen werden muß.

Die ständig wachsende Sammlung eröffnet immer wieder Möglichkeiten zur Neugestaltung. Im Zweiten Weltkrieg muß das Museum geschlossen werden; in den Nachkriegsjahren dient es Bombengeschädigten als Notunterkunft. 1956 wird es wieder eröffnet. Nach 1977 übernimmt die Stadt Königswinter eine grundlegende Neugestaltung und schließlich die Trägerschaft. Sie wird hierbei unterstützt vom Rheinischen Museumsamt des Landschaftsverbandes Rheinland. Der Heimatverein Siebengebirge bleibt Eigentümer der Sammlung.

1980 entsteht - mit Unterstützung aus Kreis- und Landesmitteln - ein moderner Erweiterungsbau. 1984 wird das Museum neu eröffnet. Dank einer Spende des Königswinterer Ehrenbürgers Eduard Rhein und Zuschüssen aus Landesmitteln kann das Museum 1994 erneut um zwei Nachbarhäuser erweitert werden.

Chronik:

1925

Ein Festausschuß unter Federführung des Architekten Franz-Josef Krings übernimmt die Organisation von Feierlichkeiten zur "Jahrtausendfeier der Rheinlande". Im Anschluß bleibt der Ausschuß bestehen, er wird umbenannt in "Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der Heimat".

1927

Die "Arbeitsgemeinschaft ..." begründet eine heimatkundlche Sammlung (Heimatmuseum) in Räumen des "Volkswohl"-Gebäudes in der Winzerstraße.

1934

Die "Arbeitsgemeinschaft ..." übernimmt vom "Casino"-Verein das Gebäude Klotzstr.11 (später Eingang Kellerstr.16) und beginnt mit der Einrichtung eines Museums.

1936

Die Stadt Königswinter übernimmt die Trägerschaft und Eigentumsrechte an Gebäude und Sammlungen des Museums.

1939

Eröffnung des Museums am 3.8.39.

2. Weltkrieg

Kriegsbedingte Schließung, Einquartierung fliegergeschädigter Familien (bis 1948).

1946-52

Umbenennung der "Arbeitsgemeinschaft ..." in "Heimatverein Siebengebirge e.V.". Im Rahmen eines Wiedergutmachungsverfahrens erhält dieser die Eigentums- und Verfügungsrechte an der Sammlung des Museums zurück. Leiter des Museums wird Rektor Theo Hardenberg.

1956

Teilweise Neueröffnung.

1961

Abschluß der Neueinrichtung.

ab 1970

Beginn von Planungen zur Umgestaltung und Renovierung des Museums. Auf Initiative von Dr. Hugo Borger, Museumspfleger beim Landschaftsverband Rheinland (später Rheinisches Museumsamt) wird die geplante Neugestaltung zurückgestellt. Eine grundlegende Neukonzeption, die auch bauliche Maßnahmen vorsieht, wird in Angriff genommen.

1973/74

Wissenschaftliche Inventarisierung der Museumsbestände;
Neukonzeption der Dauerausstellung.

1977

Schließung und Beginn der Baumaßnahmen.

1980

Fertigstellung des Erweiterungsbaus, der mit einer Sonderausstellung "Zisterzienser und Heisterbach" (in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Museumsamt) der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

1984

Abschluß der Neueinrichtung im Bereich der Abteilung "Regionalgeschichte".
Juni: Neueröffnung des Museums.

Ein "Museumsvertrag" zwischen Stadt und Heimatverein regelt die Zuständigkeiten: Die Stadt ist Träger des Museums, der Heimatverein bleibt Eigentümer der Sammlung. Ein "Museumsbeirat" aus Vertretern der Stadt und des Heimatvereins entscheidet über die Angelegenheiten des Museumsbetriebes.
Die Stadt richtet die Stelle eines hauptamtlichen Museumsleiters ein.
Beginn der Durchführung regelmäßiger Wechselausstellungen.

1985

Fertigstellung der Abteilung "Wirtschaftsgeschichte".
Beginn der Durchführung museumpädagogischer Aktivitäten.

1986/87

Fertigstellung der beiden Abteilungen "Rheinromantik und Tourismus" und "Geologie und naturkundliche Besonderheiten".

1991

Beginn der Durchführung "Historischer Wanderungen".

1992

Februar: 50. Sonderausstellung:
"Natura morta" - Andres Rein

1993

Oktober: Beginn der Bauarbeiten zur Museumserweiterung (Einbeziehung der Nachbarhäuser Kellerstr. 18 und 20). Die Finanzierung wird ermöglicht durch eine Spende des in Königswinter geborenen Erfinders, Journalisten und Schriftstellers Eduard Rhein sowie Zuschüsse aus Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland und des Landes Nordrhein-Westfalen.

13.10.1994

Eröffnung der Erweiterungsgebäude.

16.12.1997

Eröffnung eines neuen Dauerausstellungsbereichs:
"Die Entstehung der Landschaft". 

21.11.2003

Eröffnung der 100. Sonderausstellung:
"Rheingold", Fotografien von Wolfgang Heinen

2.7.2005

Museumsfest in Zusammenarbeit (erstmals) mit dem
Bürger- und Verkehrsverein 1861 e.V. "Alt-Königswinter"

3.1.2010

Letzter Öffnungstag vor Beginn der Arbeiten zur Erweiterung und Neugestaltung des Siebengebirgsmuseums:
Finale und Neubeginn